Hundewissen: 
Den besten Freund besser verstehen

Alles rund um Erziehung, Alltag und artgerechte Beschäftigung.

 

KADIE - Training für Menschen mit Hund

Weil Verständnis die Basis für Vertrauen ist.

 

Wenn das Bauchgefühl verloren geht...

Es gibt unzählige Bücher über Hundeerziehung. Podcasts, Webinare, Onlinekurse und Social-Media-Kanäle. Jeder hat Tipps.
Eigentlich müsste es dadurch doch leichter werden, den eigenen Hund zu verstehen. Doch häufig passiert genau das Gegenteil. Denn jeder hat eine Meinung und oft klingt jede davon schlüssig, auch wenn sie widersprüchlich sind.

So ging es zumindest mir. Je mehr ich gelesen habe, desto unsicherer wurde ich. Ich wollte alles richtig machen. In jeder Situation überlegte ich, welche Methode jetzt wohl die richtige wäre. "Ah, hier muss ich jetzt ruhig bleiben", "Moment, das sollte ich ignorieren", "Nein, ich muss ihn jetzt belohnen", "Oder doch lieber Grenzen setzen?"…
Mein Verhalten meinem Hund gegenüber wurde immer weniger authentisch. Ich reagierte nicht mehr aus der Situation heraus, sondern aus dem Kopf. Ständig hatte ich das Gefühl, irgendeine Regel befolgen zu müssen.
Irgendwann war ich überzeugt: Eine Hundetrainerausbildung wird mir endlich den roten Faden geben. Endlich würde mir jemand sagen, wie es richtig geht.

Doch genau das passierte nicht. Anfangs war das ziemlich frustrierend…
Warum sagt mir denn niemand endlich: "Wenn dein Hund das macht, dann machst du genau das."
Warum gibt es keinen allgemeinen Trainingsplan für einen sicheren Rückruf? Warum bekomme ich keine eindeutigen Antworten?
Heute bin ich froh darüber. Denn irgendwann hat es bei mir "Klick" gemacht.

Es gibt diesen einen richtigen Weg nicht. Denn jedes Mensch-Hund-Team ist anders. Jeder Hund bringt andere Erfahrungen, Bedürfnisse und Eigenschaften mit. Jeder Mensch hat andere Fähigkeiten, Werte, Ziele und auch ein anderes Bauchgefühl. Deshalb kann eine Methode bei dem einen Team wunderbar funktionieren und bei einem anderen überhaupt nicht. Das bedeutet nicht, dass Hundetraining beliebig ist. Natürlich gibt es Lerngesetze. Natürlich hat jeder Hundetrainer ein Repertoire an Übungen und Trainingswegen. Aber gute Hundetrainer passen diese an das jeweilige Team an. Sie sollten immer Alternativen im Gepäck haben und nicht nur einen einzigen Weg kennen.

Und genau deshalb möchte ich euch etwas mitgeben: Verliert nicht euer Bauchgefühl.

Wenn ihr euch bei einer Methode dauerhaft unwohl fühlt, dann hinterfragt sie. Nicht jede Unsicherheit bedeutet automatisch, dass etwas falsch ist. Manchmal müssen wir unsere Komfortzone verlassen – das gehört zum Lernen dazu. Aber wenn ihr immer wieder das Gefühl habt: "Das bin eigentlich gar nicht ich", dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen, denn dann werdet ihr auch im Umgang mit eurem Hund nicht authentisch sein.

Gerade durch Social Media entsteht oft der Eindruck, es gäbe für jede Situation eine allgemeingültige Lösung. Man dürfe niemals Grenzen setzen, man müsse immer ignorieren oder grundsätzlich immer positiv verstärken…

Die Realität ist deutlich komplexer. Ich erlebe immer wieder Menschen, die sich kaum noch trauen, ihren Welpen freundlich zu begrenzen. Die mit verkratzten, zerbissenen Armen im Training stehen, weil die kleinen spitzen Milchzähne ständig in Hände und Unterarme gehen. Nicht, weil sie das in Ordnung finden, sondern weil sie irgendwo gehört haben, dass ein deutliches "Stopp" oder das Beenden einer Situation falsch sei.

Vielleicht hilft manchmal ein ganz einfacher Gedanke: Würdet ihr das Verhalten, das euer Hund euch gegenüber gerade zeigt, auch von euren Kindern, eurem Partner oder einem guten Freund einfach hinnehmen? Oder würdet ihr dort ganz selbstverständlich eine Grenze setzen und sagen: „Stopp, so möchte ich nicht behandelt werden“?

Man darf seinem Hund selbstverständlich Grenzen setzen. Freundlich, fair, ruhig und vor allem authentisch. Denn Grenzen geben Orientierung und Sicherheit.

Mein Wunsch ist deshalb nicht, dass ihr euch weniger informiert. Ganz im Gegenteil: Wenn ihr Spaß daran habt, lest Bücher, besucht Seminare, schaut Webinare, bildet euch weiter. Aber sammelt Wissen nicht, um jede Situation nach einem festen Schema abzuarbeiten. Aber hinterfragt das Gehörte, wenn es sich für euch nicht stimmig anfühlt. Sammelt Wissen, um euren eigenen Werkzeugkoffer zu füllen. Denn am Ende seid ihr diejenigen, die mit eurem Hund jeden Tag zusammenleben.

Und wenn ihr einen Hundetrainer an eurer Seite habt, dann sprecht mit ihm. Sagt, wenn euch etwas schwerfällt. Wenn ihr euch mit einer Übung nicht wohlfühlt oder andere Vorstellungen habt. Oft fällt uns sowas auf, aber nicht immer. Wir Hundetrainer können viel sehen, aber Gedanken lesen können wir nicht. Erfolgreiches Hundetraining lebt vom Austausch, denn das Ziel sollte nie sein, euch in ein bestimmtes Trainingssystem zu pressen. Das Ziel sollte immer sein, einen Weg zu finden, der fachlich sinnvoll ist – und zu euch und eurem Hund passt.


Wenn du das Gefühl hast, vor lauter Tipps den eigenen Weg nicht mehr zu sehen, melde dich gerne. Gemeinsam finden wir heraus, was zu dir und deinem Hund passt.

KADIE - Training für Menschen mit Hund
Hundetraining Katja Diederich | Fritzlar & Umgebung

 

Kontakt                                                                                             
Katja Diederich

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E-Mail: kontakt@hundetraining-kadie.de

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